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23. März 2017

Geschaffen zur Kreativität [& ein Hallo vom Blog-Zuwachs]


Wozu bin ich geschaffen? - das versuche ich seit 2014 jährlich mit einer Gruppe Berufung-Suchender zu erforschen. Mein Job ist es, Menschen über 9 Monate mittels eines Kurses auf ihrer Entdeckungsreise hin zur eigenen Berufung zu begleiten. Das macht Spaß, zeigt die Vielfalt und Ergänzungsbedürftigkeit von uns Menschen und fordert auch mich als Mitarbeiterin immer wieder neu heraus, mich und meinen Weg zu hinterfragen.

Wer schreibt denn da?

Hallo, ich bin die Claudia. Neue Mitautorin auf diesem Blog. Ergänzung für Janine und Juli. Genauso begeistert für die Themen Glaube, Kreativität, einfaches Leben, Mutter- und Tochtersein wie die beiden. Wünsche mir mehr Ermutigung und Inspiration unter Frauen und lebendig gewordene Menschen, die vorbildhaft in ihrer Berufung wandeln. Lebe mit meinem Mann in Sachsen, habe mal Psychologie studiert, liebe das kreative Chaos und kriege ständig Besuch von neuen Ideen und Gedanken. Brauche aber Ergänzung, um diese umzusetzen. Deshalb bin ich hier gelandet – in einem Team mit zwei weiteren tollen Frauen, die sich gegenseitig unterstützen und an einem Projekt arbeiten wollen. Yeah, ich freue mich, nun Teil davon zu sein!

Und wie kommt’s, dass du nun hier bist?

Ich entdeckte also vor geraumer Zeit, dass ich zwar anderen helfe, in ihre Berufung zu kommen, selbst aber ein wenig auf der Strecke blieb. Gibt es da nicht noch unzählige Dinge, die du gern tust, die aber in den letzten Monaten, gar Jahren eingeschlafen sind? Das Ja auf diese Frage ließ mich nicht los. Mir wurde bewusst, dass es vor allem die kreativen Dinge waren, die ich nicht mehr praktizierte: Wann machte ich noch Musik? Wie lang wurde mein Bastelschrank nicht mehr geöffnet? Was war aus dem Wunsch Nähen zu lernen (und dem irgendwo seit Zeiten herumliegenden Gutschein für einen Anfänger-Nähkurs) geworden? Warum lag das Schreiben brach, zu dem ich doch so oft zu Schulzeiten von diversen Lehrern ermutigt wurde und es auch immer wieder mit Lust und Laune tat, wenn ich es denn einmal tat?

Und als ich dann eines Tages mal wieder reflektierte, was denn eigentlich das Buch der Bücher, die Bibel, uns zu unserer Berufung sagt und ich mir Gedanken machte, wozu Gott uns eigentlich geschaffen hat, blieb ich am Schöpfungsbericht mit folgender Stelle hängen:

„Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde - nach dem Bilde Gottes schuf er ihn.“ (1. Mo 1,27)

Gottesebenbildlichkeit also. Wow. Und welches Bild von Gott wird uns als aller erstes gemalt? Er ist Schöpfer, ein Kreativling. Am englischen Wort „Creator“ wird das noch deutlicher, da lässt sich doch schnell das Wort Kreativität ableiten. Gott ist also der Kreative, noch bevor wir mehr über Ihn erfahren, lernen wir genau das über Ihn. Und wenn wir in Seinem Bilde geschaffen sind, sind wir folglich auch kleine Schöpfer. Wir sind zur Kreativität geschaffen. Doch was heißt das?

„Von Kreativität kann man in einem zweifachen Sinne sprechen: Kreativität kann heißen, dass etwas Neues geschaffen wird, etwas, das andere sehen oder hören können, etwa ein Gemälde, eine Skulptur, eine Sinfonie, ein Gedicht, ein Roman usw. Unter Kreativität versteht man aber auch die Haltung, aus der heraus erst jene Schöpfungen entstehen, von denen eben gesprochen wurde, und die vorhanden sein kann, ohne dass in der Welt der Dinge etwas Neues geschaffen wird. (…) Mir geht es um die kreative Haltung, um den kreativen Charakterzug. Und hier meint Kreativität die Fähigkeit, zu sehen (oder bewusst wahrzunehmen) und zu antworten.“ ― (1959c: Der kreative Mensch, in: Erich-Fromm-Gesamtausgabe (GA) Band IX, S. 399.)

Wie oft betrachten wir kreative Aktivitäten nicht als besonders wichtig in unserem Leben? Kann es sein, dass vielen Menschen - sogar denen, die sich selbst als kreativ bezeichnen würden - die Kreativität abhandenkommt, weil uns vorgegaukelt wird, es gäbe Wichtigeres? Oder es wird uns vorgemacht, es gibt überhaupt schon etwas. Denn warum sollte man schöpferisch sein, etwas erschaffen wollen, etwas Neues kreieren, wenn es denn schon alles gibt? Unsere Konsumgesellschaft redet uns das ein: Es gibt alles! Greif nur zu. Und so können wir getrost unseren Kopf und die Kreativität ausschalten. Sie verkümmert.

Aber meine Überzeugung und Erfahrung ist, dass Menschen aufblühen und lebendig werden, wenn sie in dem wandeln, wozu sie geschaffen wurden. Und meiner Meinung nach gehört dazu eben auch die Kreativität. Jetzt zucken womöglich die zusammen, die sich noch nie lebendig gefühlt haben, wenn sie mal irgendwo basteln mussten oder bei denen sogar die besten Freunde den Raum verlassen, wenn sie versuchen beim Singen den Ton oder mit einem Instrument den Takt zu halten. Es gibt immer Menschen, die von sich behaupten, nicht kreativ zu sein. Gehörst du dazu, dann wirf deine stereotypen Vorstellungen von Kreativität über Bord, lies noch einmal das Zitat oben von Erich Fromm mit seiner Definition für eine kreative Haltung und frage dich: Wo bin ich begabt und kann einen Beitrag leisten, den die Welt, meine Mitmenschen brauchen? Wo kann ich mit meinem Stil einer Not begegnen, helfen, Antworten geben?

Ich persönlich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich gern in Schriftform meinen Senf beitragen will. Texte kreieren, die anderen weiterhelfen, ermutigen, Impulse geben, inspirieren. Welche wunderbare Möglichkeit bietet da heute das Internet und Bloggen. Da ich aber nicht zum Einzelkämpfer geschaffen bin (ein Thema, das ich gern in einem weiteren Blogbeitrag aufgreifen werde) und keinen eigenen Blog gründen wollte, ergriff ich die Gelegenheit und schrieb Juli, eine sehr liebe Kollegin von mir, an, ob ich mich denn auf dem Blog von ihr und ihrer Freundin einklinken könnte.

Nun bin ich hier - wie ihr seht! Ich wünsche mir und euch Lesern, dass es ein Gewinn für beide Seiten wird. Auf dass wir Frauen (und auch Männer, falls es solche hierhin verschlägt) mehr und mehr in das Hineinkommen, was Gott sich von Grund auf für uns gedacht hat und somit aufblühen und ein Segen für unsere Umgebung werden! Das wünsche ich jedem einzelnen.

Kommentare:

  1. Wie schön! Ich bin schon gespannt mehr von dir und deiner Kreativität zu lesen! Und ich bin sicher, dass das auch viele andere zu mehr eigener Kreativität ermutigen wird...
    alles Liebe, Antschana :-)

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  2. Liebe Claudi,
    toll, dass du jetzt auch bloggst und deine Gedanken so schön in Worte packst :) ich finde den Gedanken, dass Kreativität mehr ist als das tatsächliche Schaffen, echt gut.
    Btw kannst du echt kreativ Kochen, ohne Witz :D
    LG, Anne

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    1. Danke. - Haha...ich würde sagen, mein Mann kocht kreativer. Ich bin nämlich meist die sture Ans-Rezept-Halterin. Er eher nicht. Da entstehen dann auch Neu-Schöpfungen ;)

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  3. Vielen Dank, liebe Claudia, wir freuen uns sehr, dass du nun auch dabei bist :-)

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