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27. Januar 2016

Fastenzeit // 40 Tage Verzicht?


Gerade erst hat es begonnen, das neue Jahr, da ist der Januar auch schon fast wieder vorbei. In den Bäckereien hängen schon länger bunte Luftschlangen, Berliner (oder Krapfen oder Pfannkuchen, je nach Region) gibt es in allen Variationen zu kaufen. Liegen Weihnachten und Neujahr doch gerade erst hinter uns, die Schlemmzeit schlechthin, darf man sich doch auch wohl noch diesen Leckereien hingeben. Und dann, ab Aschermittwoch, wird hart gefastet. Süßigkeiten und Kalorienreiches, versteht sich. Damit im Sommer auch wieder ohne Schamgefühl das Freibad betreten werden kann.

Ich glaube, dass es so aber gar nicht gedacht war. Harte Selbstdisziplin einfach um der Disziplin wegen kann ich in meiner Bibel so  allerdings nicht finden. Jesus hat immer ein barmherziges Auge für Menschen gehabt, vor allem für jene, die große Probleme hatten und haben. Wenn jemand sich über die Feiertage und die Karnevalszeit nicht im Griff hat, liegt das Problem wohl tiefer - und das Fastenmüssen ist eine sich selbst auferlegte Last, die derjenige dann meist ganz schnell wieder ablegt, und weitermacht wie bisher. Unglücklich und jetzt auch noch enttäuscht über sich selbst.

Vielleicht hast du ja gar kein Problem mit dem Essen - schätze dich glücklich und danke deinen Eltern! Aber es gibt möglicherweise andere Dinge, an denen dein Herz hängt. Die du nicht lassen kannst, auch wenn es gut für dich oder andere wäre. Das können aber auch Verhaltensweisen sein, die an sich betrachtet, gar nicht schlecht sind, aber einen zu großen Stellenwert in deinem Leben eingenommen haben. Könntest du es einfach sein lassen, vierzig Tage lang?

22. Januar 2016

Finanzen // Wie man mit wenig Geld und wenig Zeit gut über die Runden kommt

Was haben alleinerziehende, arbeitende Mütter, Studenten mit Nebenjob und so manch ein Berufseinsteiger? Genau: Sie haben lange Arbeitstage, volle Terminkalender ... und oft mickrige Monatslöhne. Kurz gesagt: Sie alle haben wenig Zeit und wenig Geld.

Vielleicht bist du in genau dieser Situation und findest es einfach nur anstrengend? Dann ist dieser Eintrag für dich! Ich hoffe, dass ich dich damit ein bisschen inspirieren darf.

Denn diese Situation kenne ich nur zu gut. Als mein Mann und ich gerade frisch verheiratet waren, haben wir jeweils Vollzeit als Volontär bzw. Azubi gearbeitet. Zu unserer Arbeitszeit kamen grob zwei Stunden Pendeln pro Tag. Macht fünfzig Stunden außer Haus, ohne Überstunden. Dazu Hausarbeit und andere Verpflichtungen. Jeder Tag war: essen, schlafen, arbeiten, Wiederholung. Kräftezehrend! Für jemanden wie mich, die Hobbys und Freunde wie Luft zum Atmen braucht, eine Katastrophe.
Gleichzeitig reichte unser Volontärs- und Azubigehalt (zusammen!) gerade für das absolut Notwendige. Kurzurlaub zur Erholung? Unmöglich! Einfach mal essen gehen? Fehlanzeige!

Folgende fünf Punkte haben uns jedoch geholfen, in dieser Zeit finanziell und auch seelisch gut über die Runden zu kommen.


1. Transparenz, Transparenz, Transparenz

Die drei wichtigsten T's, wenn es ums Geld geht: Ich muss exakt wissen, wie viel ich verdiene. Ich muss exakt wissen, wie viel ich ausgebe. Ich muss exakt wissen, wie hoch meine Schulden sind. In Sachen persönliche Finanzen ist "Augen zu und durch" absolut unangebracht. Ich sage das nicht von oben herab. Lange Zeit habe ich selbst einfach alle meine Augen ganz, ganz fest zugemacht. Deshalb: Habe Mut! Stelle dich den Zahlen - es ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Du schaffst das!
Uns hat ein glasklarer Blick auf unser Einkommen und unsere Ausgaben enorm geholfen, mit wenig Geld gut zu leben. Ich bin davon überzeugt, dass man von jedem Gehalt gut leben kann, wenn man lernt, es zu verwalten. 

2. Nicht alles ist Gold, was DIY ist

Anhand von Brot möchte ich dir etwas zeigen. Im Vergleich zum Bäcker kostet ein selbst gebackenes Brot nur ein Bruchteil. "Wer wenig Geld hat, backt wohl lieber selbst", könnte man meinen. Ich aber kaufe mein Brot trotzdem beim Bäcker. Warum?
Weil Geld nicht meine einzige Währung ist. Die andere Währung ist Zeit. Sie ist vielleicht sogar noch kostbarer! Denn im Gegensatz zu Geld ist sie abgezählt und begrenzt.
Es ist also eine Frage der Währung; bezahlen musst du so und so. Ich verbringe also lieber die Zeit mit meinem Mann, anstatt zehn Euro im Monat für Brot zu sparen.
Wir haben uns angewöhnt, in jeder Situation bewusst folgende Frage zu stellen: Mit welcher Währung möchte ich jetzt lieber bezahlen? Mit meiner Zeit oder mit meinem Geld?

3. Plane ultra-einfache Mahlzeiten

Jetzt ist nicht die Zeit für Entenbrust an Käsesoufflés auf einem Bett aus handverlesenem Rucola (wobei das natürlich absolut fantastisch klingt ;)). Erstens, zu teuer, zweitens, zu aufwendig. Wenn du wenig Geld zur Verfügung hast, dann empfehle ich, alle Mahlzeiten zu planen. Gleichzeitig sparst du neben barem Geld übrigens auch Zeit. Win-win!!
Wie wäre mal wieder mit Spiegelei und Spinat? Oder einfach mal Brotzeit statt kochen? Das sind Gerichte, die wir aus unserer Kindheit kennen ... und langsam dämmert mir, warum es das so oft gab: Es geht einfach schnell!

4.  Ändere deine Einstellung

Ja, es ist hart, wenn man Mangel auf beiden Seiten hat. Ich weiß, wie es ist, nach einem saulangen Arbeitstag nicht mal ein pfurzeinfaches Gericht kochen möchte und einfach nur essen gehen will, aber der Geldbeutel das nicht hergibt. Oder in einem vollgestopften Bus zu sitzen, neben einer Person, die seit gefühlten 100 Tagen nicht geduscht hat, weil ein Auto finanziell nicht drin ist.
Aber ich weiß auch - Überraschung! - Jammern verbessert weder meine Laune, noch mein Gehalt noch reduziert es meine Stundenanzahl.
Anstatt also meinen Mangel an all den Ecken und Enden zu sehen, versuche ich auf das zu schauen, was ich tatsächlich habe: eine Arbeit. Zwei gesunde Beine und ein Busfahrticket, um von A nach B zu kommen. Essen im Kühlschrank. Überhaupt ein Kühlschrank!
Selbst wenn du sehr wenig verdienst, gehörst du immer noch zum reichen Teil der Weltbevölkerung. Die meisten von uns sind, zumindest materiell betrachtet, reich und wirklich gesegnet. Wie wäre es, wenn du anfängst, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben? Notiere jeden Tag drei Dinge, für die du dankbar bist. Du wirst staunen, was da zusammen kommt!

5. Ändere deine Umstände

Irgendwann haben wir bemerkt, dass es uns an die psychische Substanz geht, zu knapp auf beiden Seiten unterwegs zu sein. Eines Tages wachte ich buchstäblich auf und wusste: Ich muss etwas verändern. Entweder muss mehr Geld her oder mehr Zeit.
Dafür musst du dich entscheiden und die Konsequenzen abschätzen.
Eine Entscheidung für "mehr Geld" könnte bedeuten, auf ein geliebtes, aber kostenspieliges Hobby oder die teure Wohnung zu verzichten. Es könnte bedeuten, einen zweiten Job anzunehmen.
Die Entscheidung für "mehr Zeit" könnte bedeuten, öfter mal "Nein" zu sagen oder es zu wagen, nur Teilzeit zu arbeiten.
Vielleicht musst du in den sauren Apfel beißen, aber realisiere: Es ist leichter eine Last zu tragen (z. B. weniger Geld), als zwei (wenig Geld und wenig Zeit)!
Ich entschied mich, meine Stunden deutlich zu reduzieren und trage die Konsequenz, auch weiter Bus zu fahren.

Mit wenig Geld und wenig Zeit über die Runden zu kommen ist kein Zuckerschlecken. Aber es ist machbar. Wir haben es geschafft - und ich bin mir sicher, dass ihr das auch könnt.

Welche Tipps habe ich vergessen? Sag's uns in den Kommentaren!


1. Januar 2016

Frohes neues Jahr // Mein Jahrwort

Obacht - wenn man Jahrwort zu schnell spricht, könnte es schnell klingen wie Jawort. Das hab ich schon gegeben und steht nicht mehr auf meiner To-do-Liste. Deswegen sprecht mir noch mal langsam nach: Jaaaahrrrrr. Worrrt.

Was ist ein Jahrwort?

Bild: Fresh

Ein Jahrwort ist kein Neujahrsvorsatz. Ein Jahrwort ist auch nicht so konkret und plastisch wie "Mehr Sport machen" oder "Den besten Kuchen backen"; mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass das mehrere Wörter sind. Ein Jahrwort ist mehr als das: Ein Jahrwort ist eine Herausforderung.

Ein Jahrwort ist ein Wort, das uns nicht jeden Tag im Jahr 2016 bewusst ist, aber im Hintergrund immer dabei ist. Manchmal kommt einem das Wort auch erst im Januar oder Februar oder sogar März zugeflogen. Das ist in Ordnung. Hierbei geht es nicht um Leistung, nicht um Ziel setzen - Ziel erreichen. Es geht nicht um Haken machen. Sondern um den Kern im Leben. Um das, was dir wirklich wichtig ist. Kondensiert in einem Wort, zu dem du immer wieder zurückkehren kannst, an welches du dich erinnerst und an dem du dich neu ausrichtest.

Ein Jahrwort ist ein Wort, dass man fühlt. Ein Jahrwort ist ein Wort, unter das man das heraufdämmernde Jahr stellen möchte. Ein Jahrwort ist ein Wort, dass man wählt, nachdem man ein bisschen in sich hineingehorcht hat: Was inspiriert mich? Was möchte ich im kommenden Jahr kultivieren?

Und schließlich: Ein Jahrwort ist vielleicht ein Verb. Eine direkte Handlungsaufforderung, wie gehen. Ein Jahrwort kann auch ein Substantiv sein, ganz abstrakt. Zum Beispiel Freude. Auch ein Adjektiv vielleicht, ein Wort, dass in dir eine Assoziation hervorruft, schimmernd. Oder einfach nur ein Ausruf: Herrlich!

Hier eine kleine Rückschau meiner vergangenen Jahresworte.  
Zuhören - das Jahr, in dem ich mal weniger geplappert habe und meine Lauscher besser aufgesperrt habe. Für all das, was auch zwischen den Zeilen steht.
Lernen - das Jahr, in dem ich erleben wollte, dass man selbst nach 13 Jahren Schule und vier Jahren an der Uni nicht unbedingt ausgelernt hat. Dass ich in jeder Situation des Lebens eine weitere Lernerfahrungen machen kann und immer Schülerin bleiben werde.
Zufriedenheit - das Jahr, in dem wir mit so wenig Geld auskommen mussten und gleichzeitig so hohe Fixkosten hatten wie noch nie. So viele gefühlt unerfüllte Wünsche.

Bild: Fresh

Und für 2016? Erfrischend. Warum? Ehrlich gesagt weiß ich es auch nicht so genau. Wie gesagt, manche Worte weiß man, manche Worte fühlt man. Bei diesem Wort fühle ich es. Das Bild, was vor meinem inneren Auge auftaucht, wenn ich an "erfrischend" denke, ist so köstlich, so wunderbar, dass ich dem nachgehen will. Erfrischend assoziiere ich mich Morgenstunden, neuer Tag, kaltes Wasser, Altes wird neu, Tautropfen auf Gras, Aufbruch, abspülen, den Kopf heben und staunen. Dieses Jahr möchte ich mich besonders jeden Tag ganz bewusst neu von Jesus erfrischen lassen - von seiner Art, seinen Gedanken, seinen Plänen. Mich herausrufen lassen aus meinem Trott. Und: Anderen eine Erfrischung sein.

Welches ist dein Jahrwort?


In diesem Sinne wünschen wir euch ein erfrischendes, gutes, neues Jahr. Möget ihr über die Maßen gesegnet sein!
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