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5. Dezember 2016

11 Tipps für mehr Konsum! {Oder: Wie du noch weniger von deinem hart verdienten Geld übrig hast...}

Lange, lange ist er her, der letzte Blogeintrag. Das war keine geplante Blogpause, irgendwie habe ich einfach lange gebraucht, um im Leben von zwei mittlerweile Kleinkindern anzukommen. Viel gelernt, viel losgelassen, viel umgeworfen habe ich in der Zeit, davon werde ich bei Gelegenheit bestimmt noch das eine oder andere berichten. Mittlerweile habe ich aber endlich das Gefühl, angekommen zu sein und dass mich eine Abweichung vom Normalzustand (passiert ja ab und an) in kleinerem oder größerem Ausmaß nicht so schnell aus der Ruhe bringen kann.

Zum Wiedereinstieg ein etwas ironischer Artikel zum Thema Konsum, passend zur Weihnachtsshoppingzeit. Wir versuchen in diesem Jahr, uns nicht von allen Angeboten und Tricks der Verkäufer verführen zu lassen. Weil einfach nicht wirklich viel Geld da ist, wenn man zu viert von einem Einkommen lebt. Auch wenn ich wirklich, wirklich gerne ein bisschen Weihnachtsdeko fürs Fenster gehabt hätte, aber es ist eben gerade nicht drin. Vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen, seine Antriebsgründe zu überdenken und am Ende des Jahres vielleicht doch noch den einen oder anderen Euro übrig zu haben für das, wofür wir sonst so oft kein Geld mehr haben. Bedürftige zum Beispiel, Freunde in Notsituationen, echte Nettigkeiten oder einfach zum Sparen für schöne Zeiten in der Zukunft und ein bisschen weniger Geldsorgen.



1. Betreibe möglichst viel Online-Shopping (und lass dir vom Shop sagen, was du noch brauchst)

Online-Shopping ist so schön einfach. Abends wenn die Kinder schlafen oder auch zwischendurch lässt sich völlig stressfrei nach Dingen suchen, die ich gerne hätte. Und wenn sie mir nicht gefallen, schicke ich sie einfach wieder zurück. Okay, mittlerweile muss ich selbst die Kosten der Rücksendung tragen, soweit ich weiß, aber die Zeit, die ich sonst in der Stadt verbracht hätte, um von Laden zu Laden zu rennen, das ist das Geld auf jeden Fall wert. Und die Auswahl, riesig! Praktischerweise sagt mir der Onlineshop auch noch, was andere Kunden sich angesehen haben, was die Bestseller aus der Kategorie sind, und was vielleicht auch noch meinem Geschmack entspricht. Er erinnert sich sogar noch daran, wenn ich die Seite bereits wieder verlassen habe und woanders surfe. Stets kann ich in den Werbeanzeigen an mich angepasste Angebote sehen und direkt darauf reagieren. Wenn ich mir also noch ein bisschen Bedenkzeit (wie überflüssig...) gelassen habe, bringt mich spätestens diese Anzeige wieder zurück, damit ich endlich einkaufen kann. Wie schön :-)  

2. Für jeden mindestens ein Weihnachtsgeschenk

Weihnachten steht an und damit auch die zu erfüllenden Wünsche der Verwandten und Freunde. Die Vielfalt an Produkten macht es ja auch möglich, jedem einen Wunsch zu erfüllen, den er vielleicht hat! Und wenn nicht, finde ich in der Rubrik "Für die, die schon alles haben" auch noch etwas Unnützes, was der Person zeigt, dass ich an sie gedacht habe. Nein, ich schenke nicht aus Zwang! Nein, aus Liebe. Okay, vielleicht ein bisschen, weil ich glaube, jeder hätte einen Anspruch auf ein Geschenk. Ist ja schließlich Tradition. Also, mal nachrechnen: Zwei Kinder, Ehemann, Eltern, Schwiegereltern, Großeltern, Geschwister, alle, die wir um Weihnachten herum sehen, dann noch die Kinder, die um Weihnachten herum Geburtstag haben, vielleicht noch die eine oder andere Freundin... Mindestens 20 Geschenke also, und die Kinder bekommen jeweils natürlich mehr als ein Geschenk, ist ja klar. Was sollen sie denn denken, wenn die anderen Kinder um sie herum mehr bekommen? Dass ich sie weniger lieb habe? Soweit soll es erstmal kommen!

3. Erfülle dir selbst auch einen Wunsch, oder zwei, oder drei...

Nachdem ich ja nun allen einen Wunsch erfüllt habe, darf ich selbst natürlich nicht zu kurz kommen. Ich hätte gern ein neues Kleid, passende Schuhe, eine Tasche, Make-Up könnte auch mal wieder neues her, und vielleicht noch ein bisschen Schmuck dazu. Mein Parfum ist auch wieder fast leer, das kann ich gleich mitbesorgen. Und wenn ich beim Shoppen noch irgendwas Schönes sehe, greife ich zu, wer weiß, wann ich das nächste Mal dazu komme. Ich gönn mir ja sonst nichts. Ach, in die Buchhandlung gehe ich auch nochmal, natürlich nur zum Stöbern. Vielleicht finde ich ja das Buch, von dem ich bisher nicht wusste, dass ich es brauche, ohne das ich aber bestimmt nie, nie, nie wieder glücklich werden kann. Was mit den Dingen ist, die ich mir bereits vorher gekauft habe? Ach, Schnee von gestern.

4. Gehe täglich einkaufen

Auch gut für die deutsche Wirtschaft ist es, jeden Tag einkaufen zu gehen. Selbst mit Einkaufszettel finde ich bestimmt etwas, auf dass ich heute besonders Lust habe. Ein bisschen Aufschnitt, ein paar Brötchen, vielleicht noch eine Zeitschrift, nehme ich ja sonst auch nicht mit. Und wenn nicht ich etwas Zusätzliches mitnehme, dann bestimmt die Kinder. Spätestens an der Kasse. Ach und wie ist das süß, wenn sie anfangen mitzuhelfen beim Einkaufen. Dann lasse ich sie eben noch etwas kaufen, was sie gerne hätten. Für das Erfolgserlebnis. Und das darf auch täglich sein, ich gehe ja schließlich auch täglich einkaufen.

5. Belohne dich mit Shopping

Nach einer anstrengenden Zeit tut mir ein Shoppingtag so richtig gut. Am besten mit einem ausgiebigen Cafébesuch und richtig vollen großen Tüten mit neuen Klamotten und Krimskrams und Deko, eben allem mit dem ich mich wohler fühle und glücklicher bin. Das Gefühl hält dann auch mindestens ein paar Tage an, bis ich wieder mehr arbeiten muss, das Geld will ja schließlich verdient werden. Nein, Hamsterrad ist was anderes. Außerdem steht ja dann bald der nächste Shoppingtag an, auf den ich mich jetzt schon freue!

6. Kaufe stets billig und mach jeden Trend mit

Wenn ich einkaufen gehe, dann gehe ich stets in die Läden, die die schönsten Sachen für die niedrigsten Preise anbieten. Win-Win sozusagen. Wieso sollte ich auch mehr bezahlen? Es ist ja häufig so, dass die teureren Sachen auch nicht länger halten. Also kann ich auch billig kaufen. Ach, es gibt auch noch gute Qualität? Mir egal, ich trage die Sachen eh nur bis zum nächsten Trend, und wenn ich die gebrauchte Kleidung dann zurückbringe, bekomme ich dafür sogar noch einen Einkaufsgutschein. Wie wundervoll! Ja, ich habe auch von den schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern gehört, schlimm schlimm. Aber es ist alles so undurchsichtig, und ich als Einzelne kann da sowieso nichts ausrichten. Dann kaufe ich lieber so, dass ich selbst den größten Vorteil draus ziehen kann. Und wenn ich weniger für ein Teil zahle, kann ich mir Teile kaufen :-)

7. Überlege nicht lange

Das habe ich oben schon einmal kurz erwähnt. Das Leben ist so kurz, was will ich da erstmal Zeit verschwenden und lange über einen Einkauf nachdenken? Es ist ja auch zu verlockend, wenn überall so schöne Sachen stehen, die ich eigentlich haben möchte. Wer weiß, wann ich das nächste Mal zum Möbelschweden komme? Und ob es den Schrank oder das Dekoelement noch gibt? Das Programm wechselt so schnell! Ich kaufe lieber direkt und mache mir hinterher Gedanken, wo ich es hinstelle. Zur Not habe ich ja auch noch das Umtauschrecht, davon mache ich aber nie Gebrauch...

8. Zahle niemals bar und setze dir kein monatliches Budget

Wozu gibt es schließlich EC-Karten und Kreditkarten? Ich kann mittlerweile fast überall damit bezahlen, brauche keine Rennerei zum Bankautomaten. Wie, Überblick behalten? Ich sehe doch stets im Nachhinein auf dem Kontoauszug, ob ich mir den Einkauf leisten konnte oder nicht. Zur Not am Monatsende. Dann kann ich immer noch für den nächsten Kauf die Handbremse ziehen, wenn es unbedingt nötig ist. Aber neuer Monat, neues Glück!

9. Vergiss Einkaufszettel und Wochenmenüpläne

Total aufwändig, immer aufschreiben zu müssen, was ich brauche. Wenn mir was einfällt, gehe ich halt täglich einkaufen (s.o.). Wer kann sich denn auch Gedanken machen, was er die nächsten Tage braucht! Dadurch Geldsparen und weniger einkaufen? Weniger wegschmeißen, was wir nicht schaffen zu verbrauchen? Quatsch, glaub ich nicht.

10. Vergleiche dich mit dem, was andere haben und kaufe immer das Neueste

Oh, wie wunderschön die neue Patchwork-Serie ist. Davon brauche ich mindestens eine Jelly Roll. Wenn es die nicht gibt, dann ein Fat-Quarter-Paket. Sind ja nur mindestens 50 Euro. Aber was für schöne Sachen ich daraus vielleicht irgendwann einmal machen kann. Traumhaft! Meine Nachbarin kauft schließlich auch ständig neue Stoffe. Und die andere Freundin hat schon wieder eine so schöne neue Haarfarbe, die muss ich auch mal ausprobieren. Neue Klamotten müssen auch sein, sonst fühle ich mich neben den anderen irgendwann noch wie aus dem letzten Jahrhundert. Wie rückständig! Ach ja, und das neueste Smartphone muss es auch sein, sonst bin ich nicht up-to-date. Das hat ja sogar mein dummer Arbeitkollege, da will ich in nichts zurückstehen. Das alte können dann die Kinder zum Spielen haben... die brauchen übrigens auch neue schöne Kleidchen, sie sollen sich zum Fest ja nicht underdressed fühlen.

11. Wichtigste Regel: Kaufe von allem mehr, als du brauchst!

Die Socken sind im Angebot? Prima, nehme ich gleich ein paar mehr mit, gehen schließlich schnell kaputt oder die Waschmaschine verschluckt sie. Ich kann mich nicht entscheiden, in welcher Farbe ich das Kleid mitnehmen will? Ach, zur Not beide. Ich finde schon noch einen Anlass zum Tragen einer Abendgarderobe. Und die neue Geschirrserie beim Möbelschwerden nehme ich auch gleich mit, die ist soooo schön. Schuhe kann man auch immer gebrauchen, Bücher zum Einstaubenlassen ebenfalls, sehen ja auch schön aus, volle Bücherregale. Über Krimskrams vom Weihnachtsmarkt freut sich auch jeder, und ach, riecht der neue Duschgelduft gut, da lasse ich die fünf anderen erstmal im Schrank. Wovon ich noch gerne viel kaufe? Deko, Kochbücher, Spielzeug für die Kinder, Süßigkeiten, man weiß ja schließlich nie, ob man es nicht doch braucht. 

Woher ich das Geld für alles bekomme? Kein Problem, ich zahle in Raten...

21. Juli 2016

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Digitale Abstinenz

In den letzten Wochen habe ich hier wirklich nicht viel geschrieben. Also so "wirklich viel" wie in gar nicht eben drin ist. In den letzten drei Tagen jedoch wurde ich von verschiedensten Menschen auf diesen kleinen, feinen Blog angesprochen. Und zwar auf die positivste Art und Weise. Danke dafür! Danke für die Ermutigung und danke, dass euch gefällt, was ihr bisher gelesen habt.

Und das hat mir tatsächlich mal wieder Anschub gegeben, zu schreiben.

Wisst ihr, ich habe so viele Ideen in meinem Kopf. SO viele. Es ist manchmal kaum auszuhalten ;)! Ich könnte seitenweise schreiben. (Nebenbei bemerkt habe ich mehrere kreative Projekte gleichzeitig laufen: zum ersten Mal gärtnern, ein Stickprojekt, einen Teppich, den ich webe, zum ersten Mal in klassische Kunst eintauchen, Schlafzimmer neu gestalten ... oh es nimmt kein Ende!)

Warum war es dann so still hier? Der Grund ist: Ich bin absichtlich und mit vollem Ernst digital abstinent geworden.

Eine lange Zeit gehörte zu meiner täglichen Routine: Emails lesen, facebook checken, Pinterest durchforsten, Blogs lesen, am eigenen Blog feilen (siehe 1.). Und das nicht nur einmal am Tag. Auch nicht zweimal. Es gab Zeiten, da war ich sicherlich mehrmals für Stunden nur auf Pinterest. Ohne es zu merken, wurde es mehr und mehr und mehr. Ich konsumierte mehr und mehr und mehr. Bei einem Job wie dem meinen, wo ich wenig feste Zeiten und manchmal viel home office habe, fehlte auch irgendwie das kollegiale Korrektiv eines Büros und so ist diese Tendenz schnell ausgeartet.

Und erst der Urlaub fernab der Zivilisation (hallo, Bayerischer Wald!) machte mir klar, wie sehr es mich nervt. Wie viel ich konsumiere und wie wenig satt es mich macht. Ja, wie unzufrieden sogar! Langsam formierte sich der Gedanke: Was wäre, wenn ich alles stehen und liegen lassen würde? Ich hatte es so satt in dieser endlosen Spirale von Browser schließen, Emails checken, Browser wieder öffnen, facebook checken gefangen zu sein. Mich davon bestimmen zu lassen. Mich im wirklichsten Sinne aussaugen zu lassen. Ich habe beispielsweise bemerkt, dass ich einen vollen Kleiderschrank hatte, aber auf Pinterest immer noch was gesehen habe, was mir "fehlt". Oder dass ich Hunderte von DIY-Projekten gespeichert habe, ohne jemals etwas anzufangen. Mir kam auf einmal alles sehr hirnrissig vor.

Und deswegen meldete ich mich in der Woche nach unserem Urlaub von facebook ab. Und damit es kein zurück mehr gibt, habe ich auch alles gelöscht (Freunde, Fotos, Kommentare), bevor ich meinen Account deaktiviert habe. Facebook, es ist aus. (Verrückterweise fühlte ich mich fast "schuldig" als ich das tat!). Nach ein paar Tagen merkte ich, wie dieser Drang, nachzuschauen, ob es nicht was Neues gibt im Leben von irgendjemanden, den ich seit Jahren nicht mehr gesprochen habe ... weg. Wenn ich nicht weiß, was ich verpasse, vermisse ich nichts. Gar nichts.

Aber die geliebten Blogs und Pinterest. Oh, das war schwerer. Monatelang habe ich mich gequält, täglich "nur" eine halbe Stunde zu gucken. Tja, und den Absprung hab ich nicht wirklich geschafft. Klingt das irgendwie süchtig? Ich finde schon!


Wieder brauchte es einen Tag fern des Alltäglichen: An einem stillen Tag, den ich mit Jesus und im Gebet verbracht habe, um mein Leben zu reflektieren, habe ich erkannt: Ich will das, was ich habe, verkosten, anstatt nach mehr zu gieren. Ich möchte Mut haben, meine Kreativität auszuleben, anstatt mich eimerweise "inspirieren" zu lassen, nur um dann völlig übersättigt niederzusinken. Und ich will die Gelassenheit, dass auch mal was ohne mich passieren kann. In der analogen Welt genauso wie in der digitalen.

Donnerstagnachmittag ist mein Freitag, da ich nur Teilzeit arbeite (bewusst übrigens, dazu aber an einer anderen Stelle mehr). Diesen Tag habe ich dazu auserkoren, mein Lesetag zu sein. Der Tag, an dem ich Blogs lesen darf. Eine ausgewählte Handvoll. Und nur dieser Tag. Sollte etwas dazwischen kommen, zum Beispiel eine Freundin, die auf einen Kaffee kommt, oder ein schönes Gespräch mit meinem Mann, dann hat das Vorrang. Nächste Woche wird es wieder einen Donnerstag geben.

Welche Befreiung ich erlebt habe! Ich freue mich schon immer richtig auf mein neues Ritual, im Laufe des Donnerstagnachmittags meinen Computer hochzufahren und gezielt meine Lieblingsblogs zu lesen. Ich beobachte, dass ich nicht nur schnell, schnell überfliege, sondern richtig lese. Verkoste. Genieße! Mich freue! Und dann ist auch wieder gut. Ich realisiere auch, dass viele Blogs, die ich immer gelesen habe aus Gewohnheit, mir gar nicht so gut gefallen. Ich muss sie nicht mehr lesen.

Und etwas Drittes habe ich verstanden: Ohne diese laute Dauerbeschallung von Nachrichten und "Nachrichten", von Do's and Don't's und Tips and Tricks, ohne diese Hyperinspiration, die mich total stresst war erst mal ... Ebbe. Keine Ideen, keine Lust zum Schreiben. Wie nach einem Waldbrand war erst mal nichts mehr da in meinem Kopf. Aber langsam keimen neue Pflänzchen. Auf einer, wie ich wirklich glaube, fruchtbareren Erde. Auf einer ehrlicheren Erde. Auf meiner Erde.

Und darüber bin ich so froh!

Das wird natürlich diesen Blog beeinflussen. Ich möchte weiter schreiben. Und ich freue darauf, wieder mehr "ich" zu sein. Aber vielleicht wird es nicht so oft sein, wie manch einer von anderen Blogs gewohnt ist. Und ganz sicher möchte ich mich nicht mehr dem Diktat der digitalen Welt so sehr unterwerfen, wie ich es bis noch vor ein paar Wochen gemacht habe.

Klingt das radikal? Fühlt sich auf jeden Fall ein bisschen so an ;)!


23. Mai 2016

Leben eben

Der März rollte an mir vorüber wie die Lastwagen, die manchmal auf unserer Straße vorbeidonnern. Und - swusch!! - war auch schon April, und während ich hier so tippe, linse ich mit einem Auge auf meinen Kalender und stelle fest, dass der Mai ja auch schon quasi vorbei ist. Irgendwo zwischen Arbeit, Haushalt, Grippewelle und noch mehr Arbeit ist diese kleine, feine Ecke im Internet leider etwas vernachlässigt worden. Ganz unbeabsichtigt, Indianerehrenwort! Und das nicht einmal, weil ich so eine Reise um die Welt gemacht hätte oder wir über Nacht zehn Kinder im Haus hatten, die mich auf Trab gehalten haben. Nee. Es war einfach ganz stinknormaler Alltag. 
Aber wenn ich so darüber sinniere, stelle ich fest, dass das, was ich als "ganz stinknormalen Alltag" bezeichne, an jeder Ecke etwas Besonderes hat.

Worüber ich gerade nachdenke

Finanzen. Mal wieder. Nachdem mein Mann nun etwas mehr verdient, stellen sich mir viele Fragen. Wir bekommen monatlich gerade so viel Geld wie noch nie zuvor. Eine sehr, sehr schöne Situation, die mir aber auch echt ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Wie geben wir unser Geld jetzt aus? Mehr spenden, klar. Mehr sparen? Oder unsere Budgets aufstocken, damit wir etwas mehr Spielraum haben? Wie bleiben wir gute Verwalter? Wie kann ich der Neigung, mein Geld sinnlos zu verschwenden (Klamotten! Deko-Krempel! Noch mehr Klamotten!) mit einem höheren Gehaltsscheck entgegentreten? Was ist der richtige Umgang? Oh Herr, schenk mir Weisheit!

Was mich gerade staunen lässt

Gottes Timing. Seine Versorgung! Und das kleine, silberfarbene Auto, das seit knapp einem Monat auf unserem Hof parkt. Darüber, dass wir es genau in dem Monat geschenkt bekamen, als wir (s.o.) zum ersten Mal ausreichend finanzielle Mittel für ein Auto und das Benzin und die Pflege etc. haben. Über das mittlerweile zweite Auto in zwei Jahren, für das wir nichts bezahlen mussten (jawohl!). Und über die (vielen) Menschen, die uns ein so großes Vorbild und Inspiration im Geben und Teilen sind.


 

Was ich gerade lese

Ein Buch über Finanzen (ach du Schreck. Jetzt ist aber Schluss mit dem F-Wort!). Und ein ziemlich simples Buch über Liebe und Beziehungen, blah, blah, blah. Der perfekte Samstagnachmittag-Kaffee-Keks-Couch-Schmöker mal wieder was Ordentliches: Große Erwartungen von Charles Dickens.

Was ich gerade sehe

Die 837 Schattierungen von Grün draußen. Ist euch einmal aufgefallen, wie viele Sorten Grün es gibt? Den (gerade) oft sturmbverhangenen Himmel. Wie oft stehe ich an unserem Küchenfenster und schaue einfach nur raus, auf die Wolken, die Felder, genieße die Farben. Ja, liebe Nachbarn, ich bin leidenschaftliche Wetter- und Baumbeobachterin, nicht eine creepy Stalkerin, wie ihr vielleicht denkt ;)!

 

Wofür ich gerade dankbar bin

Den nicht endenden Dreiklang aus Biomüll, gelber Sack, Einkauf. Oder in seiner Variation: Spülmaschine, Wäsche, Badputzen. Ich kann mich dafür entscheiden, es als lästige Pflicht zu sehen, die mir auferlegt wird und mich von den eigentlich wichtigen Dingen abhält (Freunde treffen, Kuchen essen, chillen). Oder ich kann es als ein Geschenk betrachten. Ich möchte es als solches betrachtet! Dass wir in einer Wohnung wohnen, die ich sauber halten darf, Kleidung haben, die ich waschen darf, Essen haben, und so weiter. Ich bin dankbar für Möglichkeit, die Dinge zu pflegen, die uns anvertraut wurden. Und es macht micht immer wieder - gerade beim Putzen - demütig. Und das ist gut so.


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